















Ingrid Landau wollte eine Wildblumenwiese als Straßenbegleitgrün auf diesem Streifen haben. Da war kein Bewuchs außer Gras, das schon abmäht worden war. Und es ist halt ein sehr arg verdichteter Boden. Wir meinten, dass man das, was von selbst dort wächst, einfach lassen kann.
Die Stadtbediensteten werden ja losgeschickt und mähen alles ab, weil sie turnusmäßig für Ordnung sorgen müssen. Wegen der Übersichtlichkeit und auch wegen des Mülls, der da drinliegt. Man sieht ihn nach dem Mähen. Sobald Autos halten, werfen die Leute einfach ihren Dreck aus dem Auto. So ist das hier eben.









































































































































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Die Baumscheiben sind neu gemacht worden. Da liegt sehr viel Schotter, also sehr viel grobes Zeug, wenig Humus und Erde. Es ist also nur was für Pflanzen, die hart im Nehmen sind, die sich auf so kargem Boden ansiedeln können. Das ist auch witterungsbedingt. Es war zunächst recht kalt im Jahr. Die brauchen halt ihre Zeit, um zu keimen, die Samen, die es noch im Boden gibt. Und genau das passiert jetzt. Nach und nach zeigen sich die Pflanzen, die der Boden so hergibt. Und die
werden sich entweder behaupten oder nicht.
Das sind halt dann die Pflanzen, die auf Schotterplätzen, auf Halden usw. schon mal vorkommen. Die typischen Vertreter. Die man sehr häufig sieht, wenn man ein Auge dafür hat.
Wir wollen sehen, wie sich Pflanzen auf diesem Boden behaupten. Die werden nicht so mächtig und groß wie in Gärtnereien, wo man Dünger drauf tut und Humus –damit die Pflanzen optimale Bedingungen gestellt bekommen. Das hier ist alles so, wie es sich zusammen- findet – auf kargem Boden wachsen doch recht robuste
Pflanzen.
Bisher sind nur wenige Baumscheiben bewachsen. Kann sein, daß es am Standort und an der Zusammensetzung des Bodens liegt. Kann auch sein, daß es an dem Mikroklima liegt. Ich denke, daß nach und nach sich jede Baumscheibe
begrünt.
Also ich, als die, die die Pflanzen kennt und benennen kann – ist das interessant. Und außerdem gibt es da was zu gucken. Leute laufen auf dem Platz auf und ab, stehen da und warten vielleicht auf jemanden, stehen an der Halte-
stelle, gehen auf und ab und schauen vielleicht auf die Pflanzen. Genauso, wie sie vielleicht gelangweilt mal irgen- deinen Text durchlesen. Das Glashaus wird auf jeden Fall eine Lesehilfe sein.
Ich schließe halt von mir auf andere. Wenn ich an der Haltestelle stehe, sehe ich alle Pflanzen. Vielleicht, weil ich die benennen kann und weil ich die Formen so schön finde. Im Glashaus hat sich mit der Ausstellung etwas gebildet, so wie
sich auf der Baumscheibe etwas gebildet hat. Wir sind hinterhergesprungen.
Auf den Baumscheiben liegt so viel Schotter und so lockeres Zeug drauf, daß sich möglichst wenig ansiedelt. Für die Platzgestalter sind diese Kräuter wahrscheinlich Unkräuter, die es
gilt auszureißen. Weil sie nicht geplant sind.
Die wissen ja nicht, was entsteht. Die sehen nur wildwucherndes Zeug, ab und zu etwas Hundekacke und Müll vom Platz und das ist dann alles.
Die Lösung für uns ist: Wir kümmern uns um die Pflanzen. Wir halten die müllfrei, damit die noch weiterhin hübsch aussehen. Damit es nicht so schäbig aussieht, sondern daß es nach Pflanzenreich aussieht und nicht nach Bodendeckern. Straßenbegleitpflanzen nennt man das in unserer Branche. Für mich ist das Dummgrün. Das sind immer wieder die
gleichen Pflanzen. Im Grunde sammelt sich dort der Müll an und es sieht schäbig aus. Es ist halt nur, daß da was zuwuchert.
Die Leute mögen die Baumscheiben normalerweise nicht so, wie sie sind, weil es für sie schäbig aussieht. Weil es nicht eine Sorte Pflanzen ist, sondern verschiedene. Und weil es nicht geplant ist. Sie sind nicht strukturiert und es ergibt sich kein einheitliches Bild.
Nur durch die Form der Einfassungen ergibt sich das einheitliche Bild. Es ist eben nicht geplant, daß dort etwas wächst. Die Baumscheiben sind mit Schottererde aufgefüllt, das ist geplant. Es soll möglichst besiedlungsfeindliches Territorium sein.